Tag 26: Bewahre die Ruhe im Chaos

Heute war wieder einer dieser Tage. Alles war genau geplant und durchgetaktet, eine Menge Arbeit stand an, ich war komplett im Funktionieren-und-Wegschaffen-Modus. Und dann steht die Kleine morgens im Bad und ich merke: Das wird nichts. Fiebrige Augen, klägliche Stimme – Kindergarten definitiv keine Option. Und alle Pläne, alles, was ich mir für den Tag vorgenommen hatte, alle bereits seit Wochen vereinbarten Termine mit einem Schlag hinfällig. 

Die erste Reaktion darauf? Stress. Ärger. Nervosität. Angst. Weil ich weiß, was so ein ausgefallener Tag nach sich zieht. Weil ich weiß, wie zeitaufwändig es alleine ist, alles wieder umzubiegen. Und gleichzeitig für das kleine, hilfsbedürftige Wesen da zu sein, dass an diesem Tag nur zur Mama möchte.

Doch dann ändert sich etwas. Ich atme durch. Einmal, zweimal. Und mache mir bewusst, dass sich die Situation nicht ändern lässt. Es ist genau so, wie es ist. Und mein Ärger macht es nicht besser. Im Gegenteil. Mein Ärger führt dazu, dass die Situation wirklich schlimm wird. Und so nehme ich die Lage an und bin bereit, mit ihr umzugehen.

Und das ist aus meiner Sicht das Ziel der Meditation. Nicht, unser Außen zu ändern, nicht, die schlimmen Dinge zu vermeiden, sondern sie anzunehmen und mit ihnen leben zu lernen. Das ist nicht einfach. Aber es lässt sich lernen. Und die fünf Minuten Meditation jeden Tag helfen dabei. Lassen uns die Widrigkeiten des Lebens als gegeben hinnehmen und das Positive in ihnen sehen. Wie die wunderschöne Vorlesestunde mit meiner kranken Tochter. Die sich an mich kuschelte und mit jeder Faser erleichtert war, dass sie das Fieber mit ihrer Mama verbringen durfte und sich aufgehoben, sicher und geborgen fühlte.

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