Tag 19: Erde Körper und Geist

Hast du deine bevorzugte Haltung für die Meditation schon gefunden? Grundsätzlich kann man natürlich in nahezu jeder Position meditieren, es gibt dafür keine Vorschriften. Du kannst im Stehen, im Gehen, im Sitzen oder im Liegen meditieren. Wo immer dein Geist Ruhe findet, ist sie willkommen. 

Im Yoga gilt jedoch der Lotussitz, der Padmasana, als klassische Sitzhaltung für die Meditation. Im Lotussitz sind beide Beine verschränkt, der rechte Fuß ruht auf dem linken Oberschenkel, nahe der Leistenbeuge, der linke Fuß auf dem rechten Oberschenkel. Die Fußsohlen zeigen dabei nach oben. Diese Haltung ist nur mit einer ausreichenden Beweglichkeit in den Hüftgelenken überhaupt ausführbar. Fehlt diese, kann es schnell zu Überlastungen, vor allem der Kniegelenke, kommen.

Doch warum gilt diese Haltung als perfekte Meditationshaltung? Im Lotussitz liegen – im Gegensatz zum Schneidersitz – beide Knie auf der Erde auf. Die Haltung wird dadurch sehr stabil und kann auch durch stärkere (emotionale) Erschütterungen kaum gestört werden. Der Rücken ist im Lotussitz sehr gerade und dennoch entspannt. So wird längeres Sitzen ohne Rückenschmerzen möglich. Mit der Erdung deines Körpers erlaubst du deinem Geist, sich ebenfalls im Vertrauen und in der Erdung zu entfalten.

Es lohnt sich also durchaus, die eigene Beweglichkeit zu trainieren, um den Lotussitz eines Tages zu meistern. Eine gute Alternative kann der halbe Lotussitz sein, bei dem ein Fuß unter dem anderen Oberschenkel liegt. Du findest im Netz eine Reihe guter Übungen, mit denen du deine Hüften so öffnen kannst, dass dir der Lotussitz gelingen kann. Aber auch hier gilt: Bitte kein falscher Ehrgeiz. Meditiere so, wie du dich wohl fühlst – dein Körper wird es dir danken.

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